Deutsch lernen

Erzieherinnen und Erzieher in Kindergärten mit hohem Zuwandereranteil brauchen Kenntnisse und Methoden, um eine optimale Sprachförderung für Kinder, die nur wenig oder unzureichend Deutsch sprechen, leisten zu können. Mit einem intensiven Fortbildungsprogramm für Erzieherinnen und Erzieher legt frühstart die Grundlage für eine erfolgreiche sprachliche Bildung im Kindergarten.

In den Fortbildungen erweitern die Erzieherinnen und Erzieher ihre Kenntnisse über Prozesse der kindlichen Sprachentwicklung und des Zweit- oder Mehrsprachenerwerbs. Ebenso werden Methoden zur Erfassung des aktuellen Sprachstands und die Abgrenzung zu logopädischem Sprachförderbedarf verdeutlicht.

Den Kindern soll das Sprachenlernen vor allem Spaß machen: Geschichten, Gedichte, Fingerspiele, Abzählreime, Märchen, Lieder, Rollenspiele, Malen – frühstart gibt den Erzieherinnen und Erziehern vielfältige didaktische und inhaltliche Möglichkeiten zur Vermittlung der deutschen Sprache an die Hand. Sie lernen, Kindern mit Sprachförderbedarf in Kleingruppen Deutsch zu vermitteln und Sprachförderung in ihren Arbeitsalltag einzubinden.

Sprachförderkonzepte, die bereits in teilnehmenden Kindergärten Anwendung finden, werden in die Fortbildungen einbezogen.

Interkulturell bilden

Kinder zu kultureller Offenheit zu erziehen, setzt eine entsprechende Offenheit der Erzieherinnen und Erzieher sowie der Eltern voraus. Ein zweites frühstart-Fortbildungsmodul ist daher die interkulturelle Bildung im Kindergarten. Das Modul vermittelt grundlegende Kenntnisse über kulturelle Bezüge und interkulturelle Handlungskompetenz, fördert das Verständnis der Entstehung von Werten, Normen und Urteilen und sensibilisiert für kulturell bedingte Konfliktsituationen.

An dieser Fortbildung nehmen Erzieherinnen und Erzieher sowie Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter gemeinsam teil. Damit wird von Anfang an ihre Zusammenarbeit gestärkt. Alle Kinder des Kindergartens profitieren: Die interkulturelle Erziehung bietet viele Anlässe zum Erzählen und zum spielerischen Austausch und ermöglicht allen Kindern und Eltern, unterschiedliche Kulturen kennen zu lernen.

Eltern beteiligen

Die Elternarbeit von frühstart soll Ängste und Informationslücken überwinden helfen und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Erzieherinnen und Erziehern mit Eltern vorbereiten.

Ehrenamtliche Elternbegleiterinnen und Elternbe­gleiter, die meist zweisprachig sind und häufig Migrationserfahrung haben, übernehmen eine Brücken­funktion zwischen Elternhaus und Kindergarten. Als Sprach- und Kulturmittler genießen sie das Vertrauen von Kindergarten und Eltern und können helfen, den Kontakt zwischen beiden Seiten herzustellen. Sie unterstützen die Eltern in Bildungsfragen, führen thematische Elternnachmittage zur Wissensvermittlung durch und machen die Bedeutung des Kindergartens und des deutschen Bildungssystems verständlich. Ziel ist es, die Eltern aktiv am Bildungsprozess ihrer Kinder zu beteiligen. Die Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter werden durch Fortbildungen auf ihre Arbeit vorbereitet.

Der Austausch zwischen Erzieherinnen und Erziehern, Elternbegleitern und Eltern braucht einen Ort. Die Kindergärten erhalten finanzielle Unterstützung, um die Begegnungs- und Beratungsmöglichkeiten gerade für Mütter in den Kindertagesstätten zu verbessern.

Akteure vernetzen

Mit der Verknüpfung der drei Elemente Sprachförderung, interkulturelle Bildung und Elternarbeit kann frühstart viel für die Integration von Kindern und Eltern mit Migrationshintergrund tun. Damit der Prozess der Integration weitergeht – und beispielsweise der Sprung vom Kindergarten in die Grundschule optimal gelingt – ist ein intensives Zusammenspiel der Kindertagesstätten mit anderen Akteuren entscheidend. Die beteiligten Städte übernehmen hierbei eine wichtige Koordinierungsfunktion: Sie stellen einen frühstart-Ansprechpartner, der die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaus­tausch der verschiedenen Akteure im Bereich Bildung und Integration vor Ort koordiniert. Hierzu zählen neben den Kindergärten und Grundschulen beispielsweise auch Familienberatungsstellen oder Migrantenverbände.

Damit die Vernetzung gelingt, ist neben der aktiven Beteiligung der Städte auch die Zusammenarbeit mit dem Hessischen Sozialministerium und dem Hessischen Kultusministerium im Projekt von besonderer Bedeutung.